Vegetarisches im November-Dezember 2011

Nüsse - die Renaissance einer gesundheitsbringenden Knabberei

Bild: Fotolia, Mika68

 

Nüsse waren lange Zeit als hochkalorisches Nahrungsmittel verpönt, aber nun endlich erleben sie ihre Renaissance im Ernährungsplan von gesundheitsbewußten Menschen, denn sie sind wahre Nährstoffbomben. Vieles an Inhaltsstoffen ist ihnen gemeinsam, und doch birgt so jede Nuß für sich ihr eigenes individuelles kleines Geheimnis unter ihrer harten Schale.

Folgendes ist den Nüssen gemeinsam:

  • modernen Studien zufolge steigert regelmäßiger Nußkonsum die Lebenserwartung
  • Nüsse enthalten zwar viel Fett, aber dieses Fett besteht zum Großteil aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel im Blut deutlich senken können
  • Phytosterine sind Stoffe, die den Körper vor einer LDL-Cholesterin-Aufnahme (das ist das "böse" Cholesterin) schützen. Regelmäßiger Nußkonsum senkt den Cholesterinspiegel auch deshalb, weil im Darm die Aufnahme von Phytosterinen der Aufnahme von Cholesterin vorgezogen wird. So werden arteriosklerotische Ablagerungen an den Gefäßwänden vermieden und das Herzinfarktrisiko wird deutlich gesenkt
  • Vitamin B1 ist wichtig für die Nerven- und Gedächtnisleistung
  • Vitamin B3 benötigt man für die Energieumsetzung und Konzentration
  • Ballaststoffe regen die Verdauung an
  • Nüsse sind wichtige Eiweißlieferanten
  • Folsäure schützt vor Homocystein (eine Aminosäure, die ein Risikofaktor für Herzerkrankungen darstellt)
  • Mangan ist ein Spurenelement, das die Herzleistung, Energie und Konzentration stützt
  • Phosphor ist ein wichtiger Energieträger für den Zellstoffwechsel und für Nerven
  • Zink wird benötigt für eine adequate Immunabwehr
  • Nüsse sind sehr kaliumreich, welches wichtig ist für die neuromuskuläre Erregungsübertragung
  • Selen schützt die Zellen vor radikalen Stoffwechselgiften
  • Kupfer ist wichtig für Blut und Abwehr
  • Magnesium bringt Entspannung in Muskelzellen und macht das Blut fließfähiger
  • Arginin ist eine Aminosäure, die im Körper die Stickoxidproduktion anregt, was wiederum das Lumen der Blutgefäße weiten läßt und zugleich eine Zusammenklumpung von Thrombozyten verhindert - kurz gesagt: das Blut wird fließfähiger, die Durchblutung wird verbessert und der Blutdruck sinkt
  • Bioflavonoide sind Antioxidantien, die die Zellen vor freien Radikalen schützen, also verhindern, daß schädliche Stoffwechselprodukte Zellen angreifen und diese verändern oder schädigen

Dieser hohe Lobgesang gilt natürlich nur für einwandfreie Nüsse in Bioqualität. Deshalb beachten Sie bitte für den Verzehr folgendes:

  • Ranzige Nüsse sind ungenießbar.
  • Nüsse können von Schimmelpilzen befallen werden. Die Stoffwechselprodukte einiger dieser Pilze, sogenannte Alfatoxine, sind hochgiftig, wirken sogar krebserregend und sind leber- und nierentoxisch. Deshalb: Wenn Sie an einer Nuß Schimmel feststellen, die ganze Packung wegwerfen! Dies bitte auch, wenn eine Nuß ranzig oder bitter schmeckt oder dunkle Flecken hat.
  • Achtung vor extrem sauberen Schalen bei Nüssen aus dem Ausland: diese wurden häufig mit Schwefel oder anderen Chemikalien gebleicht.
  • Am besten lagern Sie Nüsse trocken, dunkel und kühl.
  • Erhitzen und rösten mindert die wertvollen Inhaltsstoffe.

Individuelle Besonderheiten:

Cashewkerne sind große Energiedepots und sind besonders reich an Beta-Carotin, das vorzeitiger Hautalterung vorbeugt, so sind sie sozusagen eine "Anti-Aging-Nuß".

Paranüsse: besonders gut für Zähne und Knochen durch ihren hohen Calcium- und Phosphatgehalt und sehr proteinhaltig. Aber vorsichtig sein bei schlecht geprüfter Auslandsware, diese kann das giftige Element Barium enthalten.

Walnüsse: Über ihr äußeres Erscheinungsbild teilen sie bereits mit, was sie besonders gut können: mit ihrem hohen B-Vitamin-Gehalt sind sie optimal für "Gehirn-Doping". Außerdem wirken sie nachweislich cholesterinsenkend und beugen Herzinfarkt vor.

Macadamianuß gilt als gesundeste aller Nüsse, da ihr Gehalt an ungesättigten Fettsäuren besonders hoch ist. Schützt somit Herz und Gefäße und senkt den Cholesterinspiegel.

Erdnüsse nur ungesalzen essen, dann wirken sie blutdrucksenkend. Ihr hoher Zinkgehalt stimuliert die Immunfunktion.

Pekannüsse: Biotin wirkt belebend für die Zellen und Vitamin A schützt Augen und Scheimhäute.

Pistazien: Schützen über Lezithin den Herzmuskel und beugen Arteriosklerose vor.

Mandeln sind über ihren hohen Magnesiumgehalt sozusagen eine "Anti-Streß-Nuß", denn sie wirken darüber entspannend und unterstützen eine adequate Koordination von Muskeln und Nerven.

 

Als tägliche Verzehrsempfehlung können 30 - 40 g (= 1 Handvoll) genannt werden. Dies aber nicht zusätzlich, sondern an Stelle der üblichen Knabbereien.

Besondere Anmerkung: Für Nußallergiker gilt selbstverständlich Allergenkarenz. Aufgrund der Inhaltsstoffe gelten in Bezug auf Nüsse für Nierenpatienten und digitalisierte Patienten besondere Bestimmungen. Fragen Sie dazu Ihren Therapeuten!

 

Weihnachtsgebäck

(beide Rezepte frei nach Veronique Witzigmann)

 

Knuspermandelkekse

Zutaten:

Mandeln:

150 g Mandelstifte, 90 g Zucker

Kekse:

200 g weiche Butter, 230 g Zucker, 1 Pck. Bourbon-Vanillezucker, 2 Eier, 400 g Mehl, 1/2 TL Natron, 1 TL Backpulver

Zubereitung:

  1. Mandelstifte in einer Pfanne ohne Fett hellbraun rösten, Zucker zugeben, unter Rühren karamelisieren lassen, auf ein Backpapier streuen und auskühlen lassen.
  2. Teig zubereiten: Butter, Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen, Eier zugeben und cremig weiterrühren, dann Mehl, Natron und Backpulver unterrühren.
  3. Die ausgekühlten karamelisierten Mandeln in Stücke brechen (nicht zu klein) und vorsichtig unter den Teig kneten.
  4. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, mit einem Teelöffel Teigklekse mit etwas Abstand zueinander daraufsetzen. Die Teigmenge ergibt ca. 2 Backbleche.
  5. Im vorgeheizten Backofen auf 180 Grad C 15 - 20 Min. backen, bis sie goldbraun sind.

 

Marzipan-Walnuß-Gebäck

Zutaten:

Mürbteig:

175 g Mehl, 75 g Speisestärke, 165 g Butter, 55 g Zucker, 1 Pck. Bourbon-Vanillezucker, 1 Ei

Belag:

250 g Honigmarzipan, ca. 100 g rote Marmelade (Kirsche, Johannisbeere, Zwetschge od. ähnl.), 150 g Vollmilch-Kuvertüre, ca. 200 g Walnußhälften, Puderzucker für die Arbeitsfläche

Zubereitung:

  1. Mürbteig zubereiten und zugedeckt 1/2 Std. in den Kühlschrank stellen.
  2. Marzipan auf einer mit Puderzucker bestäubten Arbeitsfläche (oder zwischen 2 Lagen Frischhaltefolie) dünn ausrollen, mit einer Ausstechform (Kreis oder ähnliches) die entsprechenden Figuren ausstechen und auf eine Lage Backpapier beiseite legen.
  3. Mürbteig auf bemehlter Unterlage ausrollen (nicht zu dünn), mit der gleichen Ausstechform Kekse ausstechen, auf ein Backblech mit Backpapier legen, im vorgeheizten Backofen bei 220 Grad C 5 - 8 Min. goldgelb backen, dann herausnehmen und abkühlen lassen.
  4. Marmelade erhitzen, die Mürbteigkekse damit bestreichen, und jeweils 1 Marzipangegenstück darauflegen.
  5. Kuvertüre in einem Topf im Wasserbad schmelzen, mit einem kleinen Löffel einen Klecks in die Mitte der Kekse geben und eine Walnußhälfte mit der Rundung nach oben aufsetzen.

 

Folgendes Rezept paßt zwar weder zur Weihnachtsbäckerei noch zu unserem Monatsthema "Nüsse", bekommt aber seine Berechtigung an dieser Stelle dadurch, daß vielleicht bei all der süßen Nascherei auch mal eine herzhafte Alternative gereicht werden möchte:

Käsegebäck

Zutaten:

Teig: 200 g Mehl, 150 g Butter, 2 EL Créme fraiche, 200 g Greyerzer (fein gerieben), etwas Salz, etwas Paprikapulver edelsüß

zum Bestreichen: 1 Eigelb mit etwas Sahne vermischt

Zum Bestreuen: Käse, Mohn, Sesam, Kümmel

Zubereitung:

Einen Mürbteig kneten und diesen zugedeckt ca. 1/2 Std. kühl stellen. Den Teig auf bemehlter Fläche ausrollen, mit kleinen Formen ausstechen, mit Eigelb-Sahne-Mischung bestreichen, auf ein Backblech mit Backpapier legen und nach Belieben bestreuen. Bei 180 Grad 10 - 15 Min. backen.

 

Gutes Gelingen!