Heilkundliches im August

Sommer, Sonne, Homöopathie

„Wende Dich der Sonne zu, und die Schatten fallen hinter Dich.“

Ohne Frage ist die Sonne für uns alle Lebensquell, denn die Sonnenstrahlen erwärmen nicht nur unsere Haut, sondern auch unser Gemüt, steigern unsere Leistungsfähigkeit, unser Wohlbefinden und unsere Immunabwehrleistung. Die Zirbeldrüse, eine wichtige Hormondrüse im Gehirn, wird aktiviert

durch Licht. Unser Wach-Schlaf-Rhythmus wird durch den Sonnenzyklus bestimmt und vielerlei Hormonkurven im Körper. Sonnenstrahlen stimulieren die Vitamin-D-Synthese in der Haut, was wiederum wichtig ist für den Calcium-Stoffwechsel des Körpers. Außerdem hat Sonnenlicht eine deutliche antimikrobielle Wirkung.

Die Quantenphysik erklärt Phänomene, bei denen Lichtaustausch unserer Körperzellen ein Zeichen für Leben ist. Die DNS der einzelnen Zellen kommunizieren mittels Lichtsignalen. So ist Sonne tanken Lebenskraft auffüllen, zu wenig Sonnenlicht macht krank, weil sich die Zellen nicht mehr aufladen können.

Auch unsere Nahrung speichert nicht nur Spurenelemente und Nährstoffe, sondern auch Sonnenlicht. Es konnte mittlerweile nachgewiesen werden, dass eine Zelle, die stirbt, eine Art Lichtblitz aussendet. So geschieht es auch, wenn unsere Nahrung über unseren Stoffwechsel aufgeschlüsselt wird. Jede natürlich aufgewachsene Nahrung ist der künstlichen – und damit sonnenlichtarmen – bei weitem überlegen. Die Inhaltsstoffe mögen identisch sein, aber die Energie, die eine Nahrung liefert, fehlt bei widernatürlich herangezogenen Nahrungsquellen.

Gewächshauspflanzen z. B. zeigen eine sehr schlechte Lichtspeicherfähigkeit und geben ihr gespeichertes Licht sehr schnell wieder ab. Unter Sonnenlicht aufgewachsene Pflanzen speichern Licht deutlich besser und geben es langsamer ab. Krebszellen z. B. haben ihre Lichtspeicherkapazität vollkommen verloren und wachsen ohne jede Kommunikation mit dem Zellverband zerstörerisch weiter. Lichtbestrahlte Zellen aber geben überschüssiges Licht an ihre Nachbarzellen weiter, so dass auch nichtbestrahlte Teile des Organismus mit Licht angeflutet werden.

Dies zu beachten, bedeutet: Ein Spaziergang an frischer Luft ist jedem Solariumsbesuch oder Training im Fitnessstudio vorzuziehen, will man etwas Gutes für sich tun.

Ein Zuviel an Sonnenlicht löscht die Speicher. Jetzt sind wir beim Schatten. Ein Übermaß an Sonnenbestrahlung kann eine Reihe von Beschwerden auslösen, und darüber finden Sie nachfolgend eine kleine Abhandlung: zum einen, um etwaige Symptome einordnen zu können, zum anderen aber auch, um die richtigen Maßnahmen einleiten zu können.

In diesem Fall verzichten wir ganz bewusst auf die genauere Beschreibung der infrage kommenden homöopathischen Arzneimittel, weil die Krankheitsbilder sehr ernstzunehmend sind und die Homöopathie eine große Palette an Heilmitteln zur Verfügung stellt, deren Auswahl den homöopathischen Laien überfordert. Wenden Sie sich im Bedarfsfall unbedingt an Ihren Therapeuten.


Sonnenbrand

Ein Sonnenbrand entsteht als akut-entzündliche Lichtschädigung der Haut durch eine Überdosis von UV-Strahlen. Im Bereich der Exposition bilden sich flächenhafte Rötungen bis Blasen mit einem Maximum nach 12 bis 24 Std. nach eingetretener Schädigung. Die Haut ist heiß, brennt und ist extrem berührungsempfindlich. Durch die Strahlen werden die Oberhautzellen zerstört, was zu einer entzündlichen Symptomatik führt, auch mit systemischen Reaktionen.

Je höher die Lichtempfindlichkeit der Haut ist, umso kürzer ist der Eigenschutz vor UV-Strahlung. Entsprechend hoch sollte auch der Lichtschutzfaktor für Sonnenschutzprodukte gewählt werden.


Typenklassifizierung der Haut nach Rassner:

Typ         Bräunung           Eigenschutz der Haut in Minuten
1             nie                      5 – 10
2             schwach            10 – 20
3             stark                   20 – 30
4             sehr stark           40

Ein Sonnenschutz mit entsprechendem Lichtschutzfaktor (LSF) erhöht die Aufenthaltszeit in der Sonne. Da die Sonnenstrahlung auf ihrem Weg zur Erde über die Ozonschicht teilweise ausgefiltert wird, ist weiter zu bedenken, dass mit zunehmender Schädigung eben dieser Ozonschicht die Schutzwirkung immer mehr abnimmt und bereits jetzt auch für die unempfindliche Haut Lichtschutzfaktoren von mindestens 30 gewählt werden sollten.

Essen Sie gerade in der Sommerzeit viele Nahrungsmittel, deren Inhaltsstoffe freie Radikale binden können und so einen wichtigen Zellschutz liefern. Dazu gehören die Vitamine E und C sowie Selen, aber auch Provitamin A (= Betacarotin), das im Körper als Vitamin A die Haut vor Sonnenbrand und Zellveränderungen schützt. Dieses ist besonders reich in Aprikosen, Eiern, Butter, Karotten, Spinat, Fenchel, Grünkohl, Paprika, Brokkoli, Feldsalat, Melonen etc. enthalten. Vitamin A und auch Betacarotin sind fettlöslich, trinken Sie also Ihren Karottensaft z. B. mit einem Schuß Öl, um ihn für diesen Zweck verwertbar zu machen.

Setzen Sie sich nie ohne Schutz der prallen Sonne aus und bedenken Sie: auch im Schatten erreicht Sie UV-Strahlung; besonders stark ist die Strahlung am Wasser. Auch lockere oder nasse Kleidung lässt die UV-Strahlung durch. Tragen Sie Ihren Sonnenschutz in regelmäßigen Abständen immer wieder neu auf und tragen Sie eine Kopfbedeckung.

Maßnahmen zur Linderung bei Sonnenbrand:

  • Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich; Mineralwasser mit Apfelsaft liefert im Akutfall schnell die benötigten Elektrolyte.
  • Das beste Mittel: Obstessig! Sprühen Sie ihn pur (bei Kindern verdünnt) mit einem Zerstäuber auf die verbrannte Haut. Die erste Zeit brennt es heftig, aber sehr schnell lässt der Schmerz nach und die Haut heilt.
  • Auflagen mit Quark wirken kühlend und entgiftend. Streichen Sie diesen messerrückendick auf die Haut und lassen Sie ihn ca. 30 Min. einwirken, bevor Sie ihn vorsichtig abwaschen.
  • Als schnelles Linderungsmittel hat sich auch Schwarztee bewährt: legen Sie einen aufgekochten Teebeutel auf, wenn nur kleine Hautstellen betroffen sind.
  • Wenn die Haut in die Heilungsphase übergegangen ist, hilft für die weitere Regeneration Aloe-vera-Gel oder eine gute biologische und feuchtigkeitsspendende Körpermilch.

Behandlung:
Aufgrund der Gefahr einer bleibenden Schädigung der tieferen Hautzellschichten bei wiederholten Sonnenbränden empfiehlt sich eine individuell gewählte homöopathische Begleittherapie dringend.


Chronische Lichtschädigungen der Haut

Durch wiederkehrende Sonnenbrände, ungeschützte Dauerexposition oder auch übermäßige Sonnenbäder und übertriebene Solarium-Besuche kann es zu einer beschleunigten Hautalterung kommen.
Chronische Lichtschäden zeigen sich in Form von kleinen verhärteten Stellen, Faltenbildung, übermäßiger Fasereinsprossung in die Haut, erweiterte Hautgefäße (Teleangiektasien), Pigmentstörungen (Pseudonarbenbildung ebenso wie Verfärbungen), Verhornungen, Entzündungen, Neubildungen bis hin zu Hautkrebs.

Behandlung:
Die homöopathische Behandlung der vielfältigen Krankheitsbilder kann nach einer exakten Diagnose nur durch einen erfahrenen Therapeuten mit individuell für den Betroffenen gewählten Arzneimitteln erfolgen. Grundsätzlich ist jede weitere Strahlenbelastung zu vermeiden.

 

Ozonbelastung

Ozon ist ein Molekül, das aus 3 Sauerstoff-Atomen besteht und ist für den Menschen ein Reizgas. Es entsteht, wenn Stickoxide (z. B. als Schadstoffe in Industrie und Straßenverkehr) und Sauerstoff unter Einwirkung von energiereicher UV-Strahlung chemisch reagieren. Auch bei Gewitter kann sich bei Blitzen Ozon bilden. Auch ältere Kopierer und Laserdrucker bilden Ozon. Für den Menschen ist es ein Reizgas, andererseits schützt es als Ozonschicht in der Atmosphäre die Erde vor UV-Strahlung der Sonne.

Symptome: Augentränen, Schleimhautreizungen im Nasen-Rachen-Raum, Hustenreiz, Atemnot, Kopfschmerzen u. ä.

Maßnahmen zur Linderung und Behandlung:
Bei Ozonwarnung kein übermäßiger Aufenthalt im Freien und keine Anstrengung im Freien. Gerade wenn Sie an sehr heißen Tagen Reizsymptome, Atemnot und Schwäche verspüren, liegt das oft an einer übermäßigen Ozonbelastung der Luft. Eine Auswahl von homöopathischen Mitteln bringt hier – gerade auch bei Asthmatikern – deutliche Linderung.


Sonnenstich

Ein Sonnenstich entsteht, wenn übermäßige Sonnenbestrahlung auf den Kopf einwirkt und ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Kahlköpfige, Bergsteiger, Kleinkinder, Wassersportler u.ä. sind besonders gefährdet. Oder man schläft z. B. beim Sonnenbad ein. Es entwickeln sich Symptome einer Hirnhautreizung: heißer und hochroter Kopf, Übelkeit, evtl. Erbrechen, Kopfschmerzen, Unruhe, evtl. Nackensteifigkeit und Bewusstseinsstörungen.

Maßnahmen zur Linderung:

  • Betroffenen in den Schatten bringen und Kopf mit einem feuchten Tuch kühlen (aber keine eiskalten Auflagen, dies kann eine Schocksymptomatik erzeugen!)
  • Lagerung mit erhöhtem Kopf
  • auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, besonders gut ist im Akutfall Apfelsaftschorle
  • die Getränke sollten nicht eiskalt sein
  • kühlende Umschläge mit Quark im Nacken wirken lindernd


Vorbeugende Maßnahmen:

  • Meiden Sie bei langen Autofahrten an heißen Tagen die Mittagshitze.
  • Trinken Sie an heißen Tagen eine ausreichende Menge an Wasser.
  • Tragen Sie einen geeigneten Sonnenhut. Die Kopfbedeckung sollte einen breiten Rand haben, so dass auch der Nacken geschützt ist und luftdurchlässig sein (z. B. aus Stoff oder Stroh)
  • Kein Alkohol in der Sonne!

Behandlung:
Wenn Sie bei sich oder bei einem Ihrer Lieben diese Symptome beobachten, melden Sie sich sofort für eine Therapie. Wird ein Sonnenstich nicht adequat behandelt, kann es zu bleibender Unverträglichkeit von Sonneneinwirkung und Kopfschmerzen kommen. Die Homöopathie bietet für die vielfältigen Krankheitsbilder viele verschiedene Arzneimittel zur Wiederherstellung Ihrer Gesundheit.


Hitzeerschöpfung bis Hitzschlag

Entsteht durch starke körperliche Anstrengung in der Sonnenhitze (z. B. Volleyballspiel am Strand, Holzhacken in der Mittagshitze): durch den Schweiß kommt es zu starkem Wasser- und Elektrolytverlust, die Gegenregulation (Abkühlen durch Schweiß) versagt, und durch den Hitzestau erhöht sich die Körpertemperatur gefährlich, teils auf 40 Grad und höher.

Symptome: Die Haut ist hochrot, erst schweißnaß, dann trocken. Schwindel, Sehstörungen, Taumeln, Hörminderung, Benommenheit, Schwäche, evtl. Krämpfe und Bewusstlosigkeit, Schocksymptomatik.

Eine Hitzeerschöpfung kann auch eintreten, wenn man im Urlaub stundenlang in der prallen Mittagshitze sitzt und fettes, schwer verdauliches Essen zu sich nimmt.

Maßnahmen zur Linderung und Behandlung siehe bei Sonnenstich; außerdem:

  • Patient in kühle Umgebung bringen, Kleidung öffnen, kühle Umschläge
  • Flüssigkeits- und Elektrolytersatz: über Trinken oder bei Bewusstlosen über Infusion

 

Hautreaktion durch photosensibilisierende, phototoxische oder photoallergisierende Substanzen

In der Natur und vor allem in der medizinischen Chemie gibt es Stoffe, deren Einwirkung die Haut übersensibel auf Sonnenlicht und UV-Strahlung reagieren lässt. Das kann bei äußerlicher Anwendung wie auch bei innerlicher Einnahme dieser Stoffe der Fall sein.

Ist Ihnen eine Reaktion bekannt, meiden Sie die Sonnenhitze genauso wie Solarien und bedenken Sie das auch bei längeren Autofahrten in der Hitze.

Photosensibilisierende Stoffe aus der Natur:
· Johanniskraut
· Bergamotte
· Wiesengräser, z. B furocumarinhaltige Pflanzen wie Bärenklau und Schafgarbe

Äußerlich aufgetragen, z. B. als Parfum, können braune (auch bleibende) Flecken auf der Haut und Entzündungs- und Reizreaktionen entstehen, auch Blasen und Schwellungen; innerlich angewandt (z. B. Johanniskraut), erhöht sich die Lichtempfindlichkeit von Haut, Augen und Kopf mit entsprechenden Symptomen.

Medikamente, die photosensibilisierend wirken können (eine kleine Auswahl):
· Diuretica (harntreibende Mittel)
· nicht-steroidale Antiphlogistica (Entzündungshemmer nicht auf Cortisonbasis)
· Hormone wie Cortison, Östrogen, Progesteron
· viele Antibiotica
· Anti-Malaria-Mittel
· Antihistaminica (oft gegeben bei Heuschnupfen)
· Antipsychotica, Antidepressiva
· Antiepileptica
· Blutdrucksenker
· Cholesterinsenker

Lesen Sie also unbedingt den Beipackzettel, falls Sie Medikamente einnehmen. Phototoxische Reaktionen durch Medikamente können sich bei sensiblen Patienten in den unterschiedlichsten Symptomen zeigen: Blasen, Brennen, Rötung, bleibende Hautverfärbungen, Ablösung der Nagelplatte, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Entwicklung von Hauttumoren bis hin zum bleibenden Unvermögen, sich in der Sonne aufhalten zu können.

Therapeutische Maßnahmen:
Während der homöopathischen Therapie wird sowohl das auslösende Agens ausgeleitet sowie die immunologische Reaktion im Körper und die individuelle Symptomatik behandelt.


Sonnenallergie

Eine echte Sonnenallergie entwickelt sich 1 – 2 Tage nach intensiver Exposition an den lichtexponierten Stellen in Form von kleinen Knötchen (Papeln) oder Bläschen unterschiedlicher Form und Größe, die meistens jucken. In seltenen Fällen kommt es zu einer „Lichturtikaria“, ein nesselähnlicher Hautausschlag wenige Minuten nach Sonnenbestrahlung.

Oft wird jedoch eine derartige Hautreaktion nicht durch die Sonne ausgelöst, sondern durch chemische Verunreinigungen im Wasser, Chlor im Schwimmbad, Unverträglichkeiten von Sonnencremes oder oben genannte Lichtsensibilisatoren.

Maßnahmen zur Linderung:

  • kurzfristige Calciumgaben (z. B. über Brausetabletten) dichten die Membranen ab und lassen die Allergie schneller abklingen; Kinder aus diesem Grund 2 Gläser Milch pro Tag trinken lassen. In keinem Fall ist Calcium geeignet zur Langzeittherapie; des weiteren ist es kontraindiziert bei bestimmten klinischen Krankheitsbildern.
  • äußerlich können die betroffenen Stellen mit Obstessig (pur oder verdünnt) abgetupft werden
  • nach dem Schwimmen sofort abduschen, um Chlor- oder Salzwasser zu entfernen
  • verwenden Sie nur Sonnenschutzmittel ohne Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Farb- und Duftstoffe
  • bei aktiver Allergie nicht in die Sonne gehen!

Behandlung:
Im Akutfall gibt es einige homöopathische Arzneimittel zum schnelleren Abklingen der Beschwerden. Da eine Sonnenallergie aber die Tendenz zu immer stärkeren Rezidiven in den Folgejahren hat, sollte sie unbedingt nach der Akutphase konstitutionell behandelt werden.