Heilkundliches im Juli

Homöopathie im Urlaub - wichtige Arzneimittel für eine homöopathische Reiseapotheke

 

Die Ferienzeit beginnt bald und damit für viele auch eine Urlaubsreise.

Das bedeutet für den Menschen neben der Urlaubsfreude aber auch viele Stressoren, die auf Körper und Psyche einwirken. Auch das plötzliche Herausgerissen sein aus dem gewohnten Alltag mit seinen spezifischen Rhythmen führt für viele Menschen zu unangenehmen Nebenerscheinungen vegetativer Natur. Schlaf-, Verdauungsstörungen und vieles mehr sind oft die Folge davon. Sprechen Sie deshalb vor Urlaubsbeginn mit ihrem Homöopathen, der oft Ihre konstitutionsbedingten Schwachpunkte kennt und Ihnen individuelle Empfehlungen geben kann.

Ansonsten macht es auf jeden Fall Sinn, sich für den Urlaub eine „ homöopathische Urlaubsapotheke“ zusammenzustellen, um gegebenenfalls für kommende „Urlaubsereignisse“ gerüstet zu sein. Aus diesem Grunde haben wir einige homöopathische Medikamente für Sie zusammengestellt, die erfahrungsgemäß gute Helfer sein können.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, das die folgende Liste homöopathischer Medikamente natürlich weder vollständig sein kann, noch die von uns beschriebenen Indikationen und Modalitäten das gesamte Wirkspektrum der jeweiligen Medikamente abdeckt. Außerdem sollten Sie im Zweifelsfall Kontakt mit ihrem Homöopathen aufnehmen oder am Urlaubsort einen Arzt konsultieren.

Folgend nun homöopathische Medikamente und wichtige Indikationen und Modalitäten
in alphabetischer Reihenfolge. Grundsätzlich sollten Sie bei akuten Beschwerden, wenn möglich, zu höheren Potenzen ab der C200 greifen, da die Wirkung höherer Potenzen in solchen Fällen
durchschlagender und aussagekräftiger ist.

Aconit 
Bei allen Beschwerden durch PLÖTZLICHES Abkühlen des Körpers; Fahrtwind, Air-Condition. Aber auch ein wichtiges Schockmittel: Beschwerden durch Schreck mit ausgeprägter Unruhe mit Ängstlichkeit. - Plötzliche Nervenschmerzen

Apis mellifica
Bei Bienen- oder Wespenstichen, auch im Mund-Rachen-Raum, wenn es zu Stichreaktionen kommt: Nesselausschlag, Hitze und rote Schwellung der Haut, Wärme ist absolut unverträglich, Verlangen nach kalten Auflagen, Patient ist ruhelos.

Arnica montana
Wichtiges Verletzungsmittel, wenn zunächst kein Hinweis auf ein anderes spezifischer wirkendes Mittel besteht. Verletzungsschock (will nicht berührt werden, bagatellisiert), Schmerzen, Kopfverletzung, resorbiert Einblutungen, Blutergüsse, stumpfe Gewalteinwirkung auf Gewebe, Prellungen und Quetschungen mit Schmerzen, Verstauchungen mit Schwellung und Bluterguß, Zerrungen. Frühzeitig gegeben, lindert es Schmerzen bei einen Knochenbruch. Patient fühlt sich zerschlagen.

Arsenicum album 
Alle Arten von Vergiftung durch Speisen, wenn sie verdorben, verschimmelt oder mit Umweltgiften belastet waren: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Unruhe / Angst bis Panik, starke Bauchschmerzen, Kälte, große Schwäche. Brennende Schmerzen, die durch Wärme gebessert werden. Durst, trinkt aber in kleinsten Schlückchen.
Auch bei Insektenstichen, wenn das Insekt Kontakt hatte mit Giftstoffen (Abfälle, Aas, Insektizide...) und beim Betroffenen deswegen Stichreaktionen auftreten.

Belladonna 
Sehr hohe Temperatur, Hitze des Körpers ohne Schweiß; Folgen von Hitzschlag / Sonnenstich. Rotes, heißes Gesicht + kalte Hände und Füße, Pupillen geweitet, Kongestionen zum Kopf. Kohlenmonoxid-Vergiftungen in der 2. Phase (rotes Gesicht, berstende Kopfschmerzen)

Calendula 
Wundinfektionen oder offene Wunden, die sehr schmerzen und schlecht heilen. Muskel- oder Bänderriß mit extrem starken Schmerzen.
Besonders empfehlenswert zur Wundversorgung ist zur äußeren Anwendung eine Calendula-Tinktur (z. B. Calendula-Extrakt der Firma Wala) und die Calendula Wundsalbe der Firma Weleda. Calendula äußerlich verhindert, dass sich im Wundbereich pathologische Keime vermehren, ohne die körpereigene Flora zu stören und ist somit ein Schatz der Wundbehandlung!

Dulcamara 
Bei allen Beschwerden durch langsames Verkühlen des Körpers, Nasswerden (heiße Tage & kalte Nächte), langes Baden in kaltem Wasser oder z. B. Erkältung, weil man in kühlen Nächten zu lange draußen war.

Ferrum phosphoricum 
Unspezifisch für fiebrigen Infekte mit deutlich erhöhter Temperatur ohne Schwäche, ohne starkes Krankheitsgefühl. Auch anzuwenden bei starkem hellrotem Nasenbluten.

Gelsemium  
Zusammenbruch mit Zittern & Schwindel, bei angehenden grippoiden Infekten. Schwäche & Schüttelfrost. Schock durch schlechte Nachrichten: mit Zittern, Ängstlichkeit bis Ohnmacht, Stuhl und Urin können unwillkürlich abgehen; auch Angst durch Erwartungsspannung.

Hypericum
Schock durch Nervenverletzung, z. B. Schock durch Verletzung des Rückgrats. Wichtiges Mittel bei Verletzung Nerven oder sehr nervenreichem Gewebe: Steißbein, Quetschung von Fingern, Schnitt- oder Quetschwunden, wenn Nerven betroffen sind, die Schmerzen ziehen oder schießen den betroffenen Nerv entlang.

Ledum 
Stichwunden, Bisswunden, Insektenstiche. Verhindert als eine unserer wichtigsten Infektionsprophylaxe eine Erregervermehrung und –ausbreitung im Wundgebiet. Die Wunde fühlt sich oft kühl an, Wärme verschlechtert jedoch, besonders Bettwärme. Auch nach Arnika, wenn Blutergüsse sich kalt anfühlen in allen Farben schillern.

Natrium muriaticum
Sonnenallergie; allgemein allergische Bläschenbildung; auch bei Insektenstichen mit starker Hitze- und Sonnenunverträglichkeit. Hitzekrämpfe durczh den Flüssigkeits- und Salzverlust bei starkem Schwitzen.

Podophyllum 
Durchfall, starkes Blubbern / Gurgeln im Abdomen, herausspritzender Stuhl, stinkender Durchfall, Stuhlfarbe oft gelb (Funktionsträgheit der Leber)

Symphytum officinale
Hauptmittel bei Gesichtsverletzungen, wenn die Knochen, besonders die Knochenhaut betroffen sind. Bei Verletzungen der Augenhöhle, wenn die umliegenden Knochen betroffen sind, z. B. Faustschlag, Stockschlag oder nach einem Schneeball. Verhindert Linsentrübung bei Augenverletzungen. Zur Bruchheilung von komplizierten Knochenbrüchen.

Veratrum album
Brechdurchfall, aber Appetit und Durst sind gut; starker Durst auf kalte Getränke. Patient friert, das Gesicht wirkt fahl und eingesunken, kalter Schweiß auf der Stirn. Sehr frostig mit Verlangen nach äußerer Wärme, die auch bessert. Kollapsneigung. Auch nach Schreck: völlige Entkräftung, Zusammenbruch, Durchfall und Erbrechen.

Wir wünschen Ihnen schöne und gesunde Urlaubstage!