Heilkundliches im Mai

SalbeiZu Beginn möchte ich einen Schatz unter den Heilpflanzen vorstellen, denn schon ihr Name benennt ihre Wichtigkeit seit der frühesten Zeit: Salvia = salvare = heilen.

Salvia officinalis, der Echte Salbei:

Salbei fördert die Fähigkeit, aufzunehmen und zu empfangen auf einer körperlichen und seelischen Ebene. Oft finden wir beide Bereiche verbunden. Eine Halsentzündung mit dem Unvermögen zu Schlucken kann auch Ausdruck sein für eine Situation, in der man bis zum Halse genug hat und nichts mehr schlucken kann. Hier wirkt Salbei zum einen entstressend, zum anderen lindert er Halsentzündungen, Heiserkeit und leichtere Bronchialbeschwerden. Im Mundschleimhautbereich findet er breiten Einsatz und hilft bei Zahnfleischbluten, Aphten, Stomatitis. Bei gastrointestinaler Atonie fördert er die Produktion von Verdauungssekreten. Salbei hat eine leichte östrogenähnliche Wirkung und wirkt über seine Bitterstoffe kräftigend in der Rekonvaleszenz. Salbei sollte wegen seiner schweißhemmenden Wirkung nicht länger als 4 Wochen angewendet werden. So mancher setzt ihn gerade wegen dieser Wirkung ein, aber davon rate ich ab und gebe zu bedenken, dass damit auch die Entgiftung über die Haut blockiert wird. Schwangere und Stillende sollten Salbei nicht verwenden, da er die Milchsekretion hemmt. In sehr hohen Dosen eingenommen, kann Salbei giftig werden, da er Thujon enthält. Diesen Effekt hätte man z. B., wenn man pures ätherisches Salbeiöl in größeren Mengen innerlich einnehmen oder auf Schleimhäute auftragen würde. Bei Epilepsie ist Salbei kontraindiziert. Halten Sie sich an die unten folgenden Anweisungen, ist die Anwendung von Salbei völlig unbedenklich.



Herstellung einer Salbeitinktur:

Tinkturen, die im Handel erhältlich sind, werden fast immer aus getrockneten Pflanzenteilen hergestellt. Durch (teils maschinelle) Trocknung gehen aber wertvolle Pflanzenstoffe verloren. Deshalb ist eine selbst hergestellte Tinktur eine Kostbarkeit. Wenn die Pflanze im eigenen Garten in Bioqualität wachsen darf, wird sie vor der Zubereitung nicht gewaschen.

Sammeln der Blätter kurz vor und zu Beginn der Blüte bei trockenem, sonnigem Wetter (Mai bis Juli).
Für die Tinktur werden frische Blätter verwendet. Schneiden Sie die Blätter per Hand möglichst klein und geben Sie diese in ein braunes Weithalsglas mit Schraubverschluß. Die Blätter werden mit 60 %igem Ethanol übergossen, so dass sie gut überdeckt sind (der Alkohol sollte noch einige cm über den Blättern stehen). Das fertig gefüllte Glas sollte bis knapp unter dem Deckel voll sein, so dass möglichst wenig Luft im Glas verbleibt. Schütteln. Lassen Sie die Tinktur an einem dunklen Ort ca. 3 – 6 Monate ausziehen.

Danach die fertige Tinktur abseihen, nochmals durch einen Filter (z. B. Kaffeefilter aus Papier) laufen lassen und darauf achten, dass die verwendeten Gefäße hygienisch einwandfrei sind. Dann die Tinktur in eine Braunglasflasche abfüllen. Fertige Tinkturen werden kühl und dunkel gelagert.

Verwendung der Tinktur:
Verdünnt als Mundwasser oder Gurgellösung, innerlich tropfenweise als Zusatz zu einem lauwarmen Tee oder als Tropfen pur. Dosierung: als Mundwasser Verdünnung 1 : 4; innerlich 3 x tägl. 10 Tropfen bei Halsschmerzen als Unterstützung zu einer individuellen homöopathischen Verschreibung.


Salbeitee:
Die Blätter für Tee werden zur gleichen Zeit gesammelt wie für die Tinktur. Blätter für Tee im Schatten trocknen, nicht über 35 Grad, am besten hängen Sie die Zweige zum Trocken über Kopf.
Zur Teezubereitung werden getrocknete oder frische zerkleinerte Blätter verwendet.
Zubereitung des Tees als Infus: 2 EL Blätter mit ½ l kaltem Wasser bis zum Sieden erhitzen. 20 Min. zugedeckt ziehen lassen. Der warme Tee kann getrunken oder zum Gurgeln verwendet werden.